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Wir empfehlen: | |||||||||||||
Straßenkinder
Zur aktuellen Botschaft der Medien
gehört, dass die "Straßenkinder" nicht nur immer zahlreicher, sondern
auch immer jünger werden. Die Großstadtjugendämter besagen
allerdings das Gegenteil. Die Zahl der obdachlosen Kinder wird eher klein
eingeschätzt. Die Bahnhofsszene wird als Treffpunkt älterer
Jugendliche und junger Erwachsene gezählt.
Das Bild von den Straßenkindern
ist auch deshalb trügerisch, weil es hier in Wirklichkeit nicht um die
„klassische“ Obdachlosigkeit geht. Kinder und Jugendlichen leben
nicht über einen langen Zeitraum ohne Obdach. Es gibt sehr wenige
Jugendliche, die mehr als zwei Monate wirklich draußen sind und zum
Jugendamt vermittelt werden müssen.
Bahnhofsszenen haben große
Anziehungskraft für Kinder und Jugendliche. Dies jedoch nicht im frei
gewählten oder erzwungenen Sinne, sondern im Sinne eines Szenetreffs
(„ein Ort, wo etwas los ist“). Dies ergibt sich insbesondere aus den
Möglichkeiten, dort etwas zu erleben, Gleichgesinnte zu treffen und auch
Akzeptanz und Nähe zu erfahren. Mit ihren sprunghaften Aktionen, den
Unberechenbarkeiten, den kleinen und großen Abenteuern, bietet diese Szene
offensichtlich attraktive Alternativen zu den oft eintönigen Alltagen.
Damit geraten jugendliche Szenen ins Blickfeld der
Öffentlichkeit.
Es scheint so, dass eine Reihe der in
der Szene lebenden Kinder und Jugendlichen sich auf die "klassischen" Angebote
nicht oder nicht mehr einlassen können oder wollen. Für die 12 bis
15jährigen Kinder und Jugendlichen werden daher neue Betreuungsangebote
entwickelt. Selbständigkeit kann für diese Altersgruppe kein Ziel
sein. Vielmehr müssen soziale Beziehungen und soziale
Bindungsfähigkeiten ermöglicht und gepflegt werden. Es muss Versorgung
bereit gestellt werden und es muss Schutz der Kinder vor Gefährdungen
organisiert werden.
Um die Kinder und Jugendlichen zu
erreichen, die aus ihrem bisherigem Leben (Familie oder Heim) ausgebrochen sind
und nun in auch illegalen und gefährlichen Szenen leben, arbeiten die
Jugendhelfer mit dem Ziel Vertrauens- und Betreuungsverhältnisse
aufzubauen. Hierzu gehören „Streetworkangebote“, offene
Beratungsstellen und Anlaufpunkte in „Szenenähe“. Aufgabe
dieser Dienste ist es vor allem herauszufinden, aus welchen Zusammenhängen
heraus die Kinder und Jugendlichen in die Milieus gekommen
sind.
24 Stunden obdachlos
in Berlin - für 180 Mark
Ein "Crashkursus Obdachlos in Berlin",
initiiert von der Obdachlosenzeitung "Strassenfeger", bietet jetzt Gelegenheit,
das harte Leben auf der Straße am eigenen Leib zu erfahren. In Begleitung
eines "echten" Obdachlosen kann der Teilnehmer Suppenküchen und
"Läusepensionen" der Hauptstadt kennenlernen.
Der Kurs beginnt um acht Uhr morgens
mit einem Frühstück in einer Notübernachtung. Danach gibt es ein
neues Outfit aus den Kleiderspendenvorräten. Schlafsack oder Decken sind
nicht vorgesehen, Kontakte zu Familie und Bekannten dürfen nicht
aufgenommen werden.
Teilnehmen kann jeder, die
Teilnahmegebühr beträgt 180 Mark. |
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